Schildkröten kommen in Kühlschrank

Nachdem die Schildkröten eingekuschelt in Frotteetüchern die letzten 3 Wochen in einem dunklen, kalten Raum fest eingeschlafen sind, habe ich sie heute für die Winterstarre in den Kühlschrank verfrachtet.

Hierzu war ich heute vormittag im Wald und habe einen großen Sack mit Buchenlaub gesammelt und zwar an einer Stelle wo keine Hunde hinkommen. Buchenlaub ist ideal zum Überwintern der Schildkröten, weil die Blätter klein und weich sind und nicht schimmeln. Eichenblätter dagegen sind störrischer und enthalten zu viel Gerbsäure. Wenn einige Eichenblätter dazwischen sind, stört das nicht weiter. Danach kam eine Mischung aus düngemittelfreiem Torf und feinem Rindenmulch in Plastikboxen, gefolgt von der strategischen Verteilung der Schildkröten auf die Boxen. 

Die nächsten 4 Monaten werden demnach zusammen in einer Box verbringen: Baba, James und Roger, Lana und Hansi, Loreena und Ursus, Yvettchen und Elser, Emely und ihre 3 fünfjährigen Töchter, der kleine Max mit 3 älteren Geschwistern und 8 Babies. Nach Zudecken der Kröten mit feuchtem Buchenlaub, ging es ab in den auf 4°C vorgekühlten 368 L Kühlschrank.  Hier schlafen sie jetzt lieb, und ich mache ab und an die Tür auf, damit sie genügend Luft haben. Schildkröten brauchen nicht viel Luft während der Winterstarre. Sie haben ihren Stoffwechsel und Herzschlag stark heruntergefahren und machen nur noch etwa einen Atemzug pro Minute. Deshalb kann man sie ruhig auch einmal 3 Tage alleine lassen. Wenn ich doch einmal länger weg fahren möchte, werde ich einen Teil der Türdichtung entfernen, damit etwas Luft in den Kühlschrank kommt.

Temperaturüberwachung per Wireless Digital Thermometer

Überwacht werden die Tiere übrigens per Wireless Digital Thermometer: zwei Temperaturfühler stecken im Kühlschrank in den Boxen und der Temperaturanzeiger steht in der Küche, sodass ich ihn ständig im Blick habe.

Überwinterung im Kühlschrank ist übrigens keine Tierquälerei, sondern das macht der Schildkrötenhalter im allgemeinen so.  In der Natur würden sich die Tiere in die Erde eingraben – und zwar je nach Temperatur immer so tief, dass sie etwa eine Erdtemperatur von 4°C erreichen. Im Prinzip würden sich die Schildkröten auch hier in meinem Garten eingraben. Aber das ist gefährlich, weil sie von Ratten oder Mäusen angefressen werden könnten und man würde nicht merken, wenn sie über Winter krank werden. Es gibt zwar einige Tricks, z.B. einen Drahtkäfig in die Erde eingraben und die Stelle gut abdecken, damit es nicht gefrieren kann. Aber im Kühlschrank ist mir lieber. Dort herrschen konstant 4°C und ich kann alle 2 Wochen kurz nachschauen ob es den Tieren gut geht und sie fest schlafen. 

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